Endzeit

"Und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf" Epheser 5,11

Nebel - Geistliche und ideologische Verführung erkennen und ihr widerstehen

In der Christnacht 1935 entgleist vor Paris ein D-Zug. Der Lokführer hatte das Signal gesehen. Er konnte nur nicht mehr sagen, ob es rot war oder grün.

Mit diesem Bild beginnt Alfred Roth sein Buch über die Jahre 1933 bis 1945. Es handelt nicht von den Tätern, sondern vom Sehen: von einem Nebel, der nicht vom Wetter kam, und von Christen, die in ihm weiterfuhren, weil Halten unbequem gewesen wäre.

Ein Zeuge, der das Risiko kannte

Roth war Reiseprediger in Nordhessen und Vorsitzender des Hessen-Nassauischen Gemeinschaftsvereins. Schon im Mai 1933 kennzeichnete er die neue Bewegung öffentlich mit den Worten des Propheten Jesaja: Sie brüten Basiliskeneier und wirken Spinnwebe. Das blieb nicht folgenlos. Roth geriet ins Visier der Gestapo, das Blatt, für das er schrieb, wurde verboten, seine Arbeit als Autor musste er einstellen. Die Notizen aber blieben, mitgeschrieben, während es geschah. 1947 legte er sie als Buch vor und gehörte damit zu den Ersten, die innerhalb der Christenheit fragten, warum so viele mitgegangen waren.

Kein Rückblick, sondern eine Schule der Unterscheidung

Roth beschreibt, wie Verführung arbeitet: wie sie das Gewissen betäubt, wie sie das Böse im Gewand des Erhabenen auftreten lässt, wie am Wahlsonntag 1933 aus Radiogeschrei, Gebet und Choral binnen einer Stunde eine Stimmung wird, der kaum jemand widersteht. Und er warnt: Die Personen treten ab, die Kräfte bleiben. Sie warten, anders kostümiert, auf ihre Stunde — auch dort, wo sie ein christliches Gewand tragen.

Das Buch endet nicht im Befund. Auf die Frage, die 1945 alle stellten, gibt Roth eine dreifache Antwort und einen Satz, der die letzten Seiten trägt: Es ist noch ein Weg da.

In diesem Band enthalten

  • „Nebel": Roths Betrachtungen über eine Zeitrichtung, behutsam gekürzt und redaktionell bearbeitet
  • „Von den kommenden Dingen": seine Auslegung der Endzeitrede Jesu (Matthäus 24)
  • Vorwort von Georg Walter
  • Erläuternde Fußnoten zu Personen, Begriffen und Ereignissen
  • 190 Seiten


Für Leser, die sich fragen

  • Wie verführbar ist der gläubige Christ durch den Zeitgeist?
  • Woran erkennt man eine Ideologie, ehe es zu spät ist?
  • Wie unterscheidet man Glaube von Wahn, wenn beide fromm klingen?
     

Für Gemeindeleiter, Prediger und Hauskreise. Für alle, die wissen möchten, wie Unterscheidung geht, bevor man sie braucht.

„Wer Verstand hat, der überlege erstlich, warum alles so gekommen ist, zum anderen, wohin das alles führt."
— Alfred Roth

Für wen das Buch geeignet ist

Dieses Buch richtet sich an wachsame, bibeltreue Christen, die theologische Tiefe und klare Orientierung suchen. Es ist ein unverzichtbarer Begleiter für Leser, die sich für die kirchengeschichtlichen Lektionen des 20. Jahrhunderts interessieren und verstehen möchten, wie totalitäre Ideologien und Massenpsychologie den gesunden Menschenverstand ausschalten. Wer sich nicht von zeitgeistigen Strömungen verführen lassen möchte, sondern ein festes, biblisches Fundament zur Unterscheidung der Geister in der Endzeit sucht, wird in diesem Werk fündig.

Inhaltsübersicht

Das Buch ist in zwei Hauptwerke und mehrere thematische Abschnitte gegliedert:

Nebel – Geistliche und ideologische Verführung erkennen und ihr widerstehen

  • I. Teil: Beobachtung – Analysiert die Mechanismen der Massenverführung, den „Zauberfluss“ der Demagogen und die verhängnisvolle Gläubigkeit der Massen.

  • II. Teil: Prüfung – Hinterfragt die Anpassung der Kirche, beleuchtet den Unterschied zwischen wahrem Glauben und Wahn und demaskiert die religiöse Entrümpelung.

  • III. Teil: Folgerung – Zieht die historische und geistliche Bilanz, warnt vor dem sittlichen Vakuum und gibt einen Ausblick auf das, was nun zu tun ist.

Von den kommenden Dingen – Die Zeichen der Zeit

  • Eine tiefgehende Auslegung der Endzeitrede Jesu (Matthäus 24), die die Zeichen in Natur, Menschenwelt und Gemeinde beleuchtet und zur rechten Erwartung des wiederkommenden Königs aufruft.

Reingelesen: „Unsere Stunde kommt wieder“

„Die Personen, in die jene unheimlichen Kräfte hineingefahren waren und durch die sie gewirkt hatten, sind auf tragische Art abgetreten, aber die Kräfte selbst sind noch da. Noch ist die Apokalypse nicht zu Ende gelebt. Noch sind die übersinnlichen Mächte nicht hinweggetan, die in ihr wirken und die Welt zur Hölle machen. Sie lauern noch in ihren Verstecken und höhnen: ‚Unsere Stunde kommt wieder. Freilich, dann sind wir anders kostümiert und anders gefärbt, aber dann sind wir dieselben, wir sind wieder die Lavafluten, die sich gegen euch wälzen, die euch mir nichts dir nichts packen, die euch hinabreißen auf den Grund des Kraters. Geht nur euren Weg weiter, baut nur eure Sächelchen wieder auf – ihr bleibt doch unsere Opfer. Ihr bleibt es solange, bis ihr uns erkannt habt als das, was wir sind, denn wir sind die Dämonen.‘“
(Alfred Roth, aus der Vorbemerkung)

Erschienen: 2026
Autor: Alfred Roth
190 Seiten
Taschenbuch
ISBN: 978-3-910764-29-3

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Leseprobe

Erschienen: 2026
Autor: Rudi Holzhauer
169 Seiten
Taschenbuch, e-Book
ISBN: 978-3-910764-27-9

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Prüfet die Geister - Charismatische Irrlehren auf dem Prüfstand der Bibel

Rudi Holzhauer wusste, worüber er schrieb. Zwanzig Jahre lang gehörte er der Pfingstbewegung an, kannte ihre Versammlungen, ihre Sprache, ihre Erwartungen. 1974 löste er sich von ihr. Nicht im Streit, sondern nach notvollen Erfahrungen und jahrelangem Studium der Bibel. Was er in den Jahren danach für Vorträge, Predigten und Briefe festhielt, blieb zu großen Teilen unveröffentlicht. Dieser Band führt es erstmals zusammen.

Das Buch prüft, was heute vielerorts als Wirken des Geistes gilt: Zungenrede, Geistestaufe, Handauflegung, Glaubensheilung, Visionen und Prophetie. Der Maßstab ist dabei immer derselbe: das geschriebene Wort, aus dem diese Phänomene abgeleitet werden. Holzhauer argumentiert nicht aus Empörung, sondern aus Kenntnis.

Der Autor

Rudi Holzhauer wurde 1916 im sauerländischen Neuenrade geboren und erlernte das Malerhandwerk. Als Kind der Evangelischen Gemeinschaft kam er in den fünfziger Jahren über seinen Bruder mit der Pfingstbewegung in Berührung. Nach der Trennung von ihr im Jahr 1974 verfasste er zahlreiche aufklärende Schriften, die in den späten siebziger Jahren vom Bibelbund herausgegeben wurden. Seine geistliche Heimat fand er im Hauskreis von Apád von Almássy, dem er bis zu seinem Tod 1989 angehörte.

Die hier versammelten Aufzeichnungen stammen aus seinem Nachlass und werden mit Zustimmung der Nachlassverwaltung veröffentlicht.

Aus dem Inhalt

  • Die okkulte Welle: Spiritismus, Medialität, Geistheilung, Parapsychologie und Mystik, und wo fromme Sprache sie streift
  • Das Problem der Doppelbegeistung: wie aufrichtige Gläubige fremdem Einfluss Raum geben
  • Zungenrede, Geistestaufe und Handauflegung: Anspruch und Schriftbefund
  • Glaubensheilung und die Erfolgsberichte, die alles beweisen sollen
  • Visionen, Prophetie und die Frage nach der Verbalinspiration
  • „Positives Denken", Erweckungsberichte und die Wunderliteratur der Szene
  • Über das Beten: Nüchternheit, der Missbrauch des Namens Jesu, Blutsmagie
  • Grundschritte zur Lösung aus okkult-schwarmgeistiger Belastung
  • Anhang: Kabbala, Chassidismus, Wiedergeburt, die eine Taufe, Irrlehren
     

Zum Ton dieses Buches

Holzhauer schreibt über Geschwister, nicht über Gegner. Er hat die Anziehungskraft der Bewegung selbst erlebt und nimmt sie ernst. Seine Schärfe gilt der Lehre, seine Sorge dem Leser. Wer Warnung grundsätzlich für lieblos hält, wird hier widersprochen finden: Für ihn gehörten Auferbauung und Warnung zusammen, weil die Schrift selbst beides nebeneinanderstellt.

Am Ende steht kein Alarm. Das Schlusswort spricht von Demut, von Treue im Kleinen und von der Ruhe, zu der Hebräer 4 einlädt.

„Zur Warnung ist jeder verpflichtet, der eine geistliche Lektion hinter sich hat."
— Rudi Holzhauer

Für wen das Buch geeignet ist
  • Für Christen mit charismatischer Prägung, die Klarheit suchen.

  • Für Älteste, Prediger und Hauskreisleiter, die Verantwortung für andere tragen.

  • Für Angehörige, die zusehen und nicht wissen, wie sie das Gespräch führen sollen.

  • Und für alle, die Phänomene lieber selbst an der Schrift prüfen, als sie zu übernehmen.

Inhaltsübersicht

 

Kapitel 1

Die okkulte Welle

Neue Glaubenserfahrungen 

Gefahrenquellen

Neugier nach dem Außerordentlichen

Totenerscheinungen

Spiritismus 

Medialität und Geistheilung 

Transzendentale Meditation 

Magie 

Parapsychologie 

Radiästhesie 

Mystik 

 

Kapitel 2

Das Problem der Doppelbegeistung 

Das Okkulte des „christlichen“ Enthusiasmus 

Verführung durch Inspirationscharismen 

Das Aufhören bestimmter Geistesgaben 

Möglicher Inhalt der Zungenrede 

Zeichen und Wunder heute? 

Pseudo-charismatische Selbstbedienung 

Ein unberechtigter Vorwurf 

Die Hilflosigkeit der Schwärmer 

Medialität 

 

Kapitel 3 

Die gegenwärtige weiche Welle gegenüber der charismatischen Verführung 

Die Ursachen für den Einbruch des Schwarmgeistes 

Die Erfolgsberichte 

Glaubensheilung 

Geistes- und Gnadengaben 

Die seelische Begehrlichkeit als Ursache der Verführung 

Die Spaltungs- und Einheits-Paradoxie in der Charismatischen Szene 

 

Kapitel 4 

Okkultes Pfingstlertum 

Des Teufels Erkenntnis: Lehre der Dämonen 

Die sogenannten „Erweckungen“ 

Aus der „Erweckung“ in Wales (1904/ 1905) 

Gibt es auch echte Geisterunterscheidung? 

 

Kapitel 5 

Die Unterschätzung der Gefahr 

Lästerung des Heiligen Geistes? 

Begehrlichkeit nach transzendenter Erfahrung 

Das Charismatische Element in Missionsgebieten 

Die Umwandlung der Persönlichkeit des Charismatikers 

Die schwarmgeistigen Wunderbücher 

Grundschritte zur Lösung aus okkult-schwarmgeistiger Belastung 

 

Kapitel 6 

Die pseudo-christliche Welle 

Biblischer oder magisch-okkulter Glaube 

Was geschieht bei Handauflegung oder pfingstlerischer „Geistestaufe“? 

Zungenreden, Visionen und Pseudo-Vollmacht 

Gesichte und Visionen 

Das „Visionäre“ 

Verbalinspiration 

Schützt Aufrichtigkeit vor Irrtum? 

Schwarmgeistige Habsucht 

 

Kapitel 7 

Die Gefahren für die Gläubigen der Endzeit 

Das verhängnisvolle Passivitätsverhalten 

Positives Denken 

Das paulinische Erstattungsprinzip 

„Paulinisches“ Evangelium 

Kettenbriefe 

Der Einfluss der alten Religionen im modern-ökumenischen Christentum 

Der Sinn des Lebens 

Gnostizismus 

Gedanken zur Prädestinationslehre 

Ein ungeistlicher Rat zu Lästergedanken 

Die falschen Termine und der Verzug der Wiederkunft Jesu 

Pfingstler öffnen sich der Marienfrömmigkeit 

Einheit 

 

Kapitel 8 

Die Hauptursachen unserer Nöte 

Die untergrabene Kampfmoral 

Besinnung, Prüfung, Wachsamkeit 

 

Kapitel 9 

Über das Beten 

Die Gefahr des unnüchternen Betens 

Seid nüchtern und wacht! 

Unnüchternheit 

Das Gebet des Glaubenden 

Welches ist der Wille Gottes? 

Gedanken zum Vater-Unser 

Gebet im Namen Jesu 

Gebet und die Dreieinigkeit 

Meditationsmagie: Der Missbrauch des Namens Jesu 

Gebetsnächte 

Gebet für Verstorbene? 

Der Segen des Blutes Jesu 

Die Blutsmagie 

Schwärmerischer Missbrauch von Anbetung und Danksagung 

Schlusswort 

 

Anhang 

I - Die siebenfache Betrachtungsweise eines Gotteswortes oder Textabschnitts 

II - Kabbala 

Der Chassidismus 

III - Wiedergeburt 

IV - Die eine Taufe 

V - Irrlehren 

 

Reingelesen: Kapitel 1 "Die okkulte Welle"

Die okkulte Welle

Eines der schwierigsten Unterfangen in unseren Tagen auf dem religiösen Sektor scheint die Unterscheidung der Geister zu sein. Wie anders könnte die Verwirrung in christlichen Kreisen solche Ausmaße angenommen haben! Die charismatische Welle läuft wie ein Flächenbrand ungehindert durch alle Kirchen, Gemeinden und Kreise, und kaum jemand nimmt die Warnungen des Herrn und der Apostel ernst, die sie uns für die letzte Zeit, kurz vor der Wiederkunft Christi, gegeben haben. Es ist kaum zu glauben: Die eigentlichen Warner finden wir unter den weltlichen Ärzten und Psychiatern, die die Verführten in ihren Kliniken zu betreuen haben.

​​​​​​​​​​​​​Neue Glaubenserfahrungen

Wer mit einigermaßen offenen Augen die gegenwärtigen Zeitereignisse betrachtet und nicht selbst schon vom Strudel der endzeitlichen Erscheinungen ergriffen und herumgewirbelt wird, der gewinnt zunehmend den Eindruck, dass wir bereits hilflos einem unwiderstehlichen Sog ausgesetzt sind, den wir nicht mehr ohne einen göttlichen Eingriff überstehen können. Die Kraft, die in den Abgrund zieht, ist übermächtig. Fast könnte man meinen, dass wir bereits in der Stunde der Versuchung leben, die über den ganzen Erdkreis kommen soll (Offb 3,10).

Vor dem Zugriff der Welt und ihrer Lust – wie die Bibel es formuliert – können wir uns, sofern wir ehrlich wollen, noch einigermaßen abschirmen; das wird zum Teil sogar respektiert. Sich nicht willkürlich manipulieren lassen, gilt auch heute noch als charaktervoll. Völlig anders liegen die Dinge aber auf dem religiösen Sektor. Wer hier die biblischen Warnsignale übersieht und sich den verlockenden Angeboten religiöser Schwärmer, Erfolgsevangelisten, Wundermänner und Propheten zuwendet, läuft Gefahr, den kräftigen Irrtümern zu verfallen, die für die Endzeit von unserem HERRN und SEINEN Aposteln angekündigt wird.

Natürlich fallen wir nicht mehr auf die Wiederkunftsberechnungen und Termine herein. Diese Platte zieht nicht mehr! Zu oft wurde Gottes Volk von Falschpropheten betrogen! Heute geht die Verführung im Scheine der Gottseligkeit einher; sie entspricht scheinbar sogar biblischen Heiligkeits-, Vollmachts- und Einheitsvorstellungen! Sie erscheint im Gewand ökumenischer Friedens- und Verbrüderungsaktivitäten. Sie greift das soziale Element der Botschaft Jesu, insbesondere die Bergpredigt heraus, um gemeinsam im Verbund mit fremden Ideologien an einer Verbesserung der Welt zu arbeiten. Das aber ist Verfälschung des Evangeliums durch Verschiebung und Ausklammerung der Schwerpunkte.

Mit der Jahreslosung (1983) „Selig sind die Friedensstifter“ (Mt 5,9) – so scheint mir – sollen nun auch die Gotteskinder an den politischen, scheinheiligen Slogan „Frieden schaffen ohne Waffen“ angebunden werden. Gefahr für die Glaubenden entsteht einerseits durch die schleichende Tropfinfusion des uns aus allen Medien anspringenden Schlangengiftes der Lüge und Beeinflussung, das uns so unmerklich anpassungsfähig an diesen bösen Zeitlauf macht. Andererseits – und das scheint mir noch wesentlich schlimmer – kommt die Gefahr aus dem geheimnisvollen Einzugsgebiet des Spiritualismus, der zu dem vorzeitigen und illegalen Wunsch verführt, Blicke in die jenseitige Welt zu tun.

Es geht eine sonderbare Anziehungskraft von diesen „neuen Glaubenserfahrungen“ aus! Eine spirituelle Faszination, von der man gemeindebelebende Impulse erwartet und in gewisser Weise auch erhält, hat viele Gotteskinder ergriffen. Dass es sich hier um jenes unheimliche Erbstück der alten Pfingstbewegung von 1906 handelt, das, in verschiedenen Wellen von Amerika ausgehend, sich über die ganze Welt ergossen hat, ist nur noch wenigen bewusst. Die Parallelität mit der okkulten Welle, dem gleichzeitigen Neu-Erwachen des Spiritismus, ist unverkennbar und darf in diesem Zusammenhang nicht übersehen werden. Wer sich mit diesen Erscheinungen näher beschäftigt – und ich bin gezwungen, das zu tun –, der gewinnt den Eindruck, der Teufel sei plötzlich fromm geworden: Anders ist der okkult-religiöse Trend in unserer Zeit schon nicht mehr zu erklären! Der Teufel verstellt sich als Bote des Lichts, um das Volk Gottes auf fromme Weise zu verführen!

Die spirituelle Faszination, die auch die charismatische Bewegung beflügelt, ist ebenso eine treibende Kraft im ökumenischen Weltkirchenrat. Sie soll das einende Element aller Kirchen und Religionen werden. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die weltweite Charismatische Bewegung der kommenden Welteinheitskirche in die Hände arbeitet.

Prof. Peter Beyerhaus schreibt hier ganz offen im Kapitel „Die kommende Weltreligion“ in seinem Buch Die okkulte Welle:

"Die religiöse Welle äußert sich schließlich in den Bestrebungen von namhaften Seiten, das Potential der verschiedenen Religionen und auch Ideologien neu zu erschließen. Man will sie verschmelzen zu einer ‚Gemeinschaft der Spiritualität‘, die bei der Lösung der Menschheitsprobleme in einer kommenden Weltgemeinschaft eine Quelle der Kraft bilden soll. Hier nimmt der Genfer Weltkirchenrat eine führende Stellung ein. Er leitet auf seinen Dialog-Tagungen Vertreter verschiedener Religionen dazu an, in einen geistlichen Austausch zu treten. Diese Bewegung geht insbesondere von indischen Theologen aus. Zu befürchten ist dabei aber, dass die Christenheit schließlich von der Geisterwelt der asiatischen Religionen und des westlichen Spiritismus überrollt wird."

Der ökumenische Theologe und Fachreferent für charismatisches Christentum, Walter Hollenweger, tritt in seinem Buch Glaube, Geist, Geister sogar dafür ein, Spiritismus, Parapsychologie, Gruppendynamik, charismatische Bewegung und biblischen Geistesempfang (!) als Ausdruck unserer gleichen seelischen Grundausrüstung zu verstehen. Entscheidend sei nur, ob man sie gemeinschaftsfördernd oder gemeinschaftsschädigend einsetze. Für Walter Hollenweger ist „Geist“ gleich „Geist“ und „Kraft“ gleich „Kraft“, gleichgültig (!) aus welcher Quelle sie kommen!

Die Anfänge der Pfingstbewegung

1883 warnte Charles Spurgeon vor einem „Karneval der Verführungen“. Achtzehn Jahre später begann in Topeka, was heute als Anfang der Pfingstbewegung gilt.

Georg Walter geht diesen Anfängen nach – nicht als Außenstehender. Er gehörte über zwei Jahrzehnte zur Pfingstbewegung, kannte ihre Praxis von innen und begann, das Erlebte an der Schrift zu prüfen. Anfang 2000 zog er die Konsequenz und distanzierte sich von ihr.

Das Ergebnis ist kein Rundumschlag. Es ist ein Abriss der Ereignisse entlang der amerikanischen Primärquellen, der Biografien der Gründerväter und der Zeitungsberichte von 1901 – also entlang dessen, was die Beteiligten selbst geschrieben und was die Presse damals notiert hat. Eine Reihe dieser Fakten erschließt sich erst über amerikanische Literatur und ist in der deutschsprachigen Darstellung des Themas bis heute kaum zu finden.

Was dieses Buch nachzeichnet

  • Charles Parham (1873–1929). Er formulierte 1900 die Lehre, die Zungenrede sei das erste Zeichen der Geistestaufe. Derselbe Mann lehrte zwei getrennt erschaffene Menschheiten, ordnete den Völkern abgestufte geistliche Begabung zu und bestritt die ewige Verdammnis. 1907 zerbrach sein Ansehen an einer Anklage in San Antonio, die später fallengelassen wurde.
  • Topeka, 1. Januar 1901. Nach Handauflegung spricht Agnes Ozman angeblich Chinesisch und schreibt drei Tage lang „chinesische“ Zeichen. Ein in Topeka lebender Chinese kann damit nichts anfangen. Die Zeitungen der Stadt drucken die Silbenfolgen ab – samt der Übersetzungen, die man ihnen zuschrieb.
  • Die Azusa Street Mission. Parham besucht 1906 die Gemeinde, die aus seiner eigenen Lehre hervorgegangen war – und wird ihr verwiesen. Was er dort sah, rückte er selbst in die Nähe des Spiritismus.
  • Das Missionsfeld. Wer in Zungen redete, galt als in ein bestimmtes Land berufen und reiste oft binnen Tagen ab, ohne Sprachschule und mit einfacher Fahrkarte. In Kalkutta, in Nordchina, schon in Gibraltar stellte sich derselbe Befund ein: Die Sprache war nicht da. Entscheidend ist, was danach mit der Lehre geschah.
  • William J. Seymour (1870–1922). Der Mann, der die Lehre 1906 weltweit bekannt machte, warnte 1915 selbst davor, die Zungenrede zum alleinigen Zeichen der Geistestaufe zu machen.
     

Im Anhang: vier Zeitdokumente zur Geisterunterscheidung

  • Der Brief von Johannes Seitz an die Leiter der Pfingstbewegung. Seitz stand fünfzig Jahre im Dienst, erlebte selbst Krankenheilungen auf Gebet hin und hoffte zunächst, die junge Bewegung ließe sich noch korrigieren.
  • Die Berliner Erklärung von 1909 im vollen Wortlaut, mit den Unterschriften. Mehrere Unterzeichner hatten die Bewegung zuvor selbst für eine echte Erweckung gehalten und pfingstliche Versammlungen besucht.
  • „Die Wahrheit über die Glaubensheiler“ von Arno Clemens Gaebelein (1861–1945), geschrieben 1925. Gaebelein prüft die Heilungsberichte seiner Zeit nicht im Grundsatz, sondern Fall für Fall – und hält fest, was von ihnen übrigbleibt.
  • „Die Zurüstung der Gemeinde in Zeiten der Verführung“ von Rudi Holzhauer (1916–1989), selbst ehemaliger Pfingstler. Kein Rückblick, sondern eine Handreichung für die Gegenwart.
     

Warum die Anfänge zählen

Eine Bewegung lässt sich schwer beurteilen, ohne die Zeit zu kennen, in der sie entstand, und ohne die Menschen, die sie prägten. In Pfingstkreisen werden Parham und Seymour oft als Helden erzählt. Wer ihr Leben genauer betrachtet, findet ein anderes Bild – und versteht besser, warum aufrichtige Christen sich täuschen lassen können.

„Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint.“ Den Satz von Kurt Tucholsky zitiert Georg Walter im Vorwort. Dass Pfingstler und Charismatiker es gut meinen, bestreitet dieses Buch nicht. Es fragt, worauf ihre Lehre gegründet ist.

Ein Buch für alle, die Kirchengeschichte lieber an Quellen prüfen als an Erweckungserzählungen.

Für wen ist das Buch geeignet?
  • Für Christen, die in pfingstlich-charismatischen Gemeinden groß geworden sind oder sie verlassen haben und das Erlebte einordnen möchten
  • Für Älteste, Prediger und Hauskreisleiter, die zu Geistestaufe und Zungenrede Auskunft geben müssen
  • Für Leser, die wissen wollen, wie die klassische Pfingstlehre entstanden ist und wer sie formuliert hat
  • Für alle, die die Berliner Erklärung von 1909 einmal vollständig lesen möchten statt nur zitiert
  • Als sachlicher Einstieg vor der Beschäftigung mit heutigen Strömungen
Inhaltsübersicht

Vorwort
Wurzeln der Pfingstbewegung
„Charismatische Aufbrüche“ in der Kirchengeschichte
Charles Parham (1873–1929)
Parhams Schöpfungslehre
Parhams Rassenlehre
Parham und die Endzeit
Einordnung der Christen nach ihrem geistlichen Stand
Die Taufe mit dem Heiligen Geist – Parhams endzeitliche Sicht
William J. Seymour (1870–1922)
Theologie der Azusa Street Mission
Die Endzeit-Theologie der Azusa Mission
Agnes Ozman (1870–1937)
Pfingstliche Zungenrede und Mission

Anhang I
Brief von Johannes Seitz an die Leiter der Pfingstbewegung
Die Berliner Erklärung von 1909

Anhang II
„Die Wahrheit über die Glaubensheiler“, Arno Clemens Gaebelein (1861–1945)

Anhang III
„Die Zurüstung der Gemeinde in Zeiten der Verführung“, Rudi Holzhauer (1916–1989)

Quellenangaben
Literaturempfehlungen

Reingelesen: "Die Taufe mit dem Heiligen Geist"

Die Taufe mit dem Heiligen Geist – Parhams endzeitliche Sicht

Parham verstand die Geistestaufe als besonderes endzeitliches Charisma (Gnadengabe). Die Geistestaufe stellte eine schützende Versiegelung dar, wenn die satanischen Attacken in der Endzeit erfolgen sollten. Alle Geistgetauften waren zu einem vollmächtigen Dienst in der letzten weltweiten Erweckung ausgerüstet. Außerdem qualifizierte die Geistestaufe ihre Empfänger dazu, über das normale Maß des durchschnittlichen Christen hinauszuwachsen, um in eine der drei Elitegruppen der Endzeitheiligen aufzusteigen.

Parham unterschied ferner zwischen der Geistestaufe und verschiedenartigen »Salbungen« des Heiligen Geistes. Diese unterteilte er in:

• Salbungen, die zeitlich begrenzt waren, jedoch die Möglichkeit und Kraft für besondere Situationen zuteilten, hauptsächlich für göttliche Erleuchtung im Wort Gottes.

• Salbungen, die bleiben: spezielle Kräfte, über die andere nicht verfügen. Parham verweist hier auf die Zeit der Apostel zwischen der Auferstehung Christi und Pfingsten. Das Resultat dieser Salbung ist die Belehrung durch den Heiligen Geist im Inneren des Gläubigen, die Kraft zum Heilen und Dämonen auszutreiben, Visionen von Gott zu empfangen sowie außerkörperliche Erfahrungen zu machen. Parham zählte sich selbst zu dieser Gruppe.

Doch die »Geistestaufe« überragte nach der Auffassung Parhams die »Salbung« bei Weitem: Die Geistestaufe bewirkt, dass das Sinnen auf das eigene Leben nicht mehr wichtig erscheint. Dieses Eigenleben erstirbt, und der Geistgetaufte investiert sein Leben und seinen Dienst ganz in andere Menschen. Die Geistestaufe wird durch die Zungenrede (Sprachenrede) bestätigt, was Parham als den wahren Biblischen Beweis (Bible Evidence) betrachtete – Parham schrieb darüber stets mit großen Buchstaben. Er ging sogar so weit, dass er die Aussage machte, nur derjenige habe die Geistestaufe empfangen, der in Zungen sprechen könne. Dieses Pfingsterlebnis sei von Gott dazu bestimmt, ein kraftvolles Zeugnis sowohl in der eigenen Sprache als auch in einer Fremdsprache geben zu können. In beiden Fällen spricht Gott direkt durch den geisterfüllten Gläubigen.

Laut Parham empfängt jeder am Anfang seiner Geistestaufe eine kleine Ausrüstung des Geistes, aber nur diejenigen, die speziell zur evangelistischen Endzeitarbeit berufen sind, entwickeln ihre Sprachenrede weiter. Parham zählte sich zu dieser letzten Gruppe. Er sprach angeblich »Jiddisch« und hoffte, in die Evangelisierung der Juden in Jerusalem einbezogen zu werden. Im Zuge der Geistestaufe eine Fremdsprache sprechen zu können, ohne sie zu erlernen, erspart viel Zeit und Geld, so die These Parhams.

Charles Parham war der erste, der eine Pfingsttheologie formulierte und die Geistestaufe mit der Zungenrede (Sprachenrede) verknüpfte. Diese besondere Lehre prägte seinen Dienst. Für ihn war die Zungenrede die Bestätigung für die empfangene Geistestaufe. Die Geistestaufe wiederum diente aus seiner Sicht vor allem der Ausrüstung der Christen im endzeitlichen Evangelisationsdienst.

Schon in der Zeit vor Parhams öffentlichem Wirken und den Ereignissen in Topeka waren sowohl die »Zungenrede« als auch verschiedene andere »Manifestationen«, die irrtümlicherweise dem Heiligen Geist zugeschrieben wurden, vereinzelt aufgetreten und damit nicht gänzlich unbekannt.

Douglas Jacobsen erläutert in seinem Buch Thinking in the Spirit:
»1880 erlebte Maria Woodworth-Etter als eine der ersten, dass in ihren Versammlungen Menschen in unbekannten Sprachen redeten. Sie äußert sich dazu folgendermaßen: ›Ich verstand das nicht und als der einzige Leiter in meinen Versammlungen hatte ich nicht viel Zeit, dieser Sache auf den Grund zu gehen und zu erklären; ich wusste jedoch, es war von Gott.‹

Zehn Jahre später spricht sie schon davon, dass Menschen in ihren Versammlungen vom Heiligen Geist getauft wurden, viele hatten die Gabe der Heilung empfangen, Dämonen wurden ausgetrieben, von Wundern und Visionen wurde berichtet, durch Handauflegung empfingen viele die Gabe des Heiligen Geistes, einige erhielten die Zungenrede und manche sprachen in fremden Sprachen, so wie ihnen der Geist es eingab.« [Jac03, S. 16 f.]

Um 1890 berichtet der Methodistenprediger David Wesley Myland, dass er eine besondere Salbung des Heiligen Geistes empfangen hatte und in einer fremden Sprache, die er selbst nicht verstand, reden und singen konnte. 15 Jahre später hatte er ein anderes wunderbares Erlebnis, welches er einzuordnen versuchte. Er war überzeugt, dass es sich bei dem ersten Erlebnis um die Zungenrede und einen ersten Anfang seines Pfingsterlebnisses handelte, das 15 Jahre später in eine »vollständige« Erfüllung mit dem Heiligen Geist mündete. In Zion City, Illinois, predigte John Alexander Dowie (1847 – 1907), Gründer der Christian Catholic Church, eine Botschaft über göttliche Heilung und prophezeite die Wiederherstellung des apostolischen Dienstes. Der 1854 geborene amerikanische Heiligungsprediger Benjamin Hardin Irwin berichtete von einer neuen, geistlichen Erfahrung und bezeichnete sie als die »Taufe mit Heiligem Geist und Feuer«. Diese »Geistestaufe« folge als ein »drittes Erlebnis« auf die Bekehrung und die Heiligung, so Irwin.

Die Personen, die mit diesen Manifestationen in Kontakt kamen, versuchten sie auf ihre eigene Art und Weise zu erklären – je nach theologischer Ausrichtung wurden verschiedene Interpretationen angeboten. In späteren Jahren (ca. 1920) verglich die populäre Evangelistin Aimee Semple McPherson die frühen Jahre der Pfingstbewegung mit einem Eintopfgericht, das im Topf über dem Feuer des Heiligen Geistes vor sich hin kochte. Jeder, der in die Pfingstbewegung kam, brachte etwas aus seiner eigenen Denomination mit und warf es in diesen Topf.

Erschienen: 2025
Autor: Georg Walter
178 Seiten
Taschenbuch
ISBN: 978-3910764-37-8

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Erschienen: 2023
Autor: Georg Walter
244 Seiten
Hardcover, Taschenbuch und E-Book
ISBN: 978-3910764088

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Angriff auf die Wahrheit - Biblische Endzeit und die charismatische Verführung

Stehen wir inmitten des großen Abfalls? Ein Weckruf für die Gemeinde der Endzeit.

Ist die Wahrheit verhandelbar geworden? In einer Zeit, in der das subjektive Erleben oft über das geschriebene Wort Gottes gestellt wird, stehen bibeltreue Christen vor einer gewaltigen Herausforderung. Die Grenzen zwischen biblischer Lehre und postmodernem Zeitgeist verschwimmen zunehmend.

Georg Walter liefert mit "Angriff auf die Wahrheit" keine sanfte Lektüre, sondern eine notwendige, geistliche Analyse der aktuellen Strömungen in der evangelikalen Welt. Dieses Buch ist ein Rüstzeug für alle, die sich nicht von "jedem Wind der Lehre" hin- und herwehen lassen wollen (Epheser 4,14).

Dieses Buch deckt auf und klärt auf:

  • Die Gefahr der Emotionalisierung: Warum "Storytelling" und mystische Erfahrungen oft das rationale Erfassen der biblischen Wahrheit verdrängen.
  • Charismatische Verführung: Eine fundierte, biblische Prüfung von Phänomenen wie Zungenrede, "Ruhen im Geist" und modernen Prophetien.
  • Emerging Church & Postmoderne: Wie die Dekonstruktion von absoluten Wahrheiten schleichend in die Gemeinden eindringt.
  • Endzeitliche Einordnung: Verstehen Sie die aktuellen Entwicklungen im Licht der biblischen Prophetie über die letzten Tage.
     

Der Autor scheut sich nicht, heiße Eisen anzufassen. Er analysiert den Unterschied zwischen dem biblischen Evangelium und einem "Wohlfühlevangelium", das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, statt Gott die Ehre zu geben.

Für wen ist dieses Buch?

Es richtet sich an den "treuen Überrest" – an Christen, die spüren, dass sich in der Gemeindelandschaft etwas Fundamental verändert, und die nach biblischen Argumenten suchen, um ihren Standpunkt zu festigen. Es ist ebenso eine Hilfe für jene, die sich in einem Loslösungsprozess von extremen charismatischen Strömungen befinden und geistliche Klarheit suchen.

Lassen Sie sich nicht täuschen. Holen Sie sich jetzt das Buch, das Sie zur geistlichen Unterscheidung in verwirrenden Zeiten ausrüstet.

Für wen das Buch geeignet ist
  • Glaubensgeschwister, die (noch) in charismatischen, emergenten, liberalen oder Pfingst-Gemeinden "zuhause" sind.
  • Als Aufklärung für junge und ältere Glaubensgeschwister, die sich neu mit dem Thema der charismatischen Zeichen und Wunder beschäftigen wollen oder müssen und ein biblisch fundiertes Buch zu diesem Thema suchen.
  • Alle, die die Hintergründe der pfingst- und charismatischen Bewegung studieren und im biblischen Licht betrachten möchten oder sich über die aktuellen evangelikalen Verführungsströmungen informieren wollen
Reingelesen: "Verführung ist subtil"

"Verführung geschieht immer durch die Listen eines Teufels, der sein Handwerk versteht. Er wird so subtil vorgehen, dass Verführung nicht auf den ersten, oft nicht einmal auf den zweiten oder dritten Blick, erkennbar ist. Doch wie Adam und Eva wird der Mensch Gottes einen hohen Preis bezahlen, wenn er es zulässt, dass das tödliche Gemenge aus Wahrheit und Lüge Eingang in sein Herz findet. Besondere Erkenntnisse oder Fähigkeiten oder außergewöhnliche Erfahrungen können Menschen leicht blenden. Ohne den Geist und die Wahrheit Christi muss alles, ganz gleich wie christlich es sich gibt, in einen Irrweg münden.

Schon ein flüchtiger Blick in die neutestamentlichen Briefe zeigt, dass nahezu alle Briefe in irgendeiner Weise falsche Lehren aufgreifen, korrigieren oder vor dem Eindringen von Irrlehren warnen. Drei der sieben Sendschreiben in der Offenbarung weisen darauf hin, dass falsche Lehren die Gemeinden bedrohten oder sogar schon eingedrungen waren. Allein die Gemeinde zu Ephesus wurde gelobt, dass sie falsche Apostel als Lügner erkannte (Offb 2,2). Die Gemeinde zu Pergamon wurde getadelt, weil sie die Lehre Bileams und die Lehre der Nikolaiten festhielt (Offb 2,14-15). Und wider die Gemeinde zu Thyatira hatte der Herr, dass sie die Prophetin Isebel gewähren ließ (Offb 2,20).

Gleich den Beröern ist der treue und edle Jünger Jesu gerufen, in der Liebe zur Wahrheit sich nicht jeder neuen geistlichen Strömung oder Lehre kritiklos zu öffnen. Oftmals wissen Christen viel zu wenig über populäre Lehren. Sie sehen nur das christliche Gewand, nicht aber den Wolf, der sich dahinter verbirgt. Zu leichtfertig und unbedacht, zu unehrerbietig, wird heute von Gottes Wahrheit weggenommen oder zu Gottes Wahrheit hinzugetan. Vieles, was das Etikett „christlich“ trägt, klingt verlockend, und wie ein Echo aus uralten Zeiten hallt der Ruf der Schlange nach: „Ihr werdet sein wie Gott.“ Der wahre Nachfolger Christi indes wird anhand der Heiligen Schrift „untersuchen, ob dies sich auch so verhält“ (vgl. Apg 17,11), ob das, was manche zum Teil sehr populäre Lehrer und Verkündiger ihren Zuhörern als Evangelium vor Augen malen wollen, auch tatsächlich noch biblische Wahrheit oder schon die Lehre Bileams oder Isebels ist.

Christen stehen in der Gefahr, durch populäre Strömungen und Lehren um ihre Verwandlung in das Ebenbild Jesu betrogen zu werden. Statt Gottes Wort im Glauben und in der Geradheit und Klarheit Christi treu zu folgen und dabei die innere Verwandlung in Christi Ebenbild zu erfahren, werden Zusatztheologien zur Theologie des Kreuzes angeboten. Schlimmstenfalls verdrängen neue Lehren das Kreuz Christi fast vollständig. Und natürlich ereignet sich diese schleichende Entwicklung unter „christlichem“ Deckmantel. Heute, wie so oft in der Geschichte zuvor, ist es dem Versucher mit seiner List, seiner pervertierten Weisheit gelungen, Wahrheit und Unwahrheit durcheinanderzuwerfen – diabolos bedeutet wörtlich „der Durcheinanderwerfer“! – und ein Allerlei an Lehren hervorzuzaubern, um Unordnung, Konfusion und Verwirrung zu erzeugen."

Die sanfte Verführung der Gemeinde - Wunderheiler, Geisteswirkungen und christliche Mystik

Ist es Erweckung oder Verführung? Ein dringender Weckruf für die Gemeinde Jesu.

Wir leben in einer Zeit, in der irrationale Erlebnisse und spirituelle Erfahrungen Konjunktur haben. Fast zeitgleich mit der weltlichen Esoterik-Welle breitet sich auch in vielen Gemeinden eine neue Begeisterung für übersinnliche Phänomene aus. Doch ist alles, was glänzt und als "Geisteswirkung" bezeichnet wird, tatsächlich vom Heiligen Geist?

Alexander Seibel, bekannter Apologet und Ingenieur, legt mit "Die sanfte Verführung der Gemeinde" eine scharfsinnige und biblisch fundierte Analyse vor. Er wagt den Blick hinter die Kulissen moderner charismatischer Strömungen und stellt die entscheidende Frage: Führt dieser Weg noch zur engen Pforte oder in eine breite, sanfte Verführung?

Dieses Buch liefert biblische Antworten auf brennende Fragen:

  • Passivität vs. Wachsamkeit: Warum biblischer Glaube den Verstand aktiviert und wie östliche Meditationspraktiken und Passivität in die Gemeinde eindringen.
  • Phänomene unter der Lupe: Was sagt die Bibel wirklich über das "Ruhen im Geist", das Fallen auf den Rücken und den Verlust der Selbstkontrolle?
  • Geistheilung & Wunder: Eine kritische Untersuchung moderner Heilungsdienste (z.B. John Wimber, Benny Hinn) und deren verblüffende Parallelen zu spiritistischen Praktiken und dem New Age.
  • Der "Segen von Toronto": Eine geistliche Einordnung von hysterischem Lachen, Tierlauten und Trance-Zuständen im Licht der Schrift.
  • Endzeitliche Warnung: Warum Zeichen und Wunder in den letzten Tagen kein Garant für Wahrheit sind, sondern oft Kennzeichen der Verführung.
     

Seibel zeigt auf: Der Heilige Geist macht den Menschen nüchtern und wachsam, während falsche Geister Passivität und Kontrollverlust fordern. Dieses Buch ist kein Angriff, sondern eine notwendige Orientierungshilfe für alle, die in einer Zeit der Verwirrung am unverfälschten Wort Gottes festhalten wollen.

"Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden." (Matthäus 24,13)

Ein unverzichtbarer Ratgeber für Pastoren, Gemeindeleiter und alle Gläubigen, die lernen wollen, die Geister zu unterscheiden.

Für wen das Buch geeignet ist
  • Jeden Christen, der mit dem Thema Heilung und Heilungsgottesdiensten konfroniert ist und wissen möchte, ob diese und andere spirituelle Phänomene in christlichen Kreisen biblisch sind.
  • Glaubensgeschwister, die (noch) in charismatischen Gemeinden "zuhause" sind.
  • Als Aufklärung für junge und ältere Glaubensgeschwister, die sich neu mit dem Thema der charismatischen Zeichen und Wunder beschäftigen wollen oder müssen und ein biblisch fundiertes Buch zu diesem Thema suchen.
Inhaltsübersicht

Die Identitätstheorie
Nachfolge Jesu und Gebet, aktiv oder passiv?
Wort oder Bild?​​​​​​​
Passivität in christlichen Strömungen​​​​​​​
Die wachsende Woge der Passivität​​​​​​​
Das Fallen auf den Rücken​​​​​​​
Verlust der Selbstkontrolle​​​​​​​
Handauflegung unbiblischer Art​​​​​​​
Parallelen zwischen New Age und Charismatischer Bewegung​​​​​​​
Wachsende Infiltration​​​​​​​
Die Erfahrung der Exkursion der Seele​​​​​​​
Die Renaissance der Mystik

Ein populärer Heilungsdienst​​​​​​​​​​​​​​
Die Geistheiler und ihre Begleitsymptome​​​​​​​
Wie wurde der Heilungsauftrag wiederentdeckt?​​​​​​​
Ein biblischer Heilungsauftrag?​​​​​​​
George Bennett und seine Heilungserfahrungen
John Wimber und die „Dritte Welle des Heiligen Geistes“​​​​​​​
Der Einfluss von Agnes Sanford​​​​​​​
Wunderheiler​​​​​​​
Ermutigt die Bibel zu Wunderberichten?​​​​​​​
Ist alle Heilung göttlich?

Was ist der „Segen von Toronto“?​​​​​​​
Die Ursprünge​​​​​​​
Wer ist Rodney Howard-Browne?​​​​​​​
Von Pensacola bis Lakeland​​​​​​​
Was sagt die Bibel zum „Lachen im Geist“?​​​​​​​
Zeichen und Wunder​​​​​​​
Worauf es ankommt

Ein kurzer Überblick​​​​​​​
Verkündigung in Apostelgeschichte​​​​​​​
Die Aussendungsbefehle​​​​​​​
Darlegung in den Briefen​​​​​​​

Reingelesen: "Die Ursprünge"

Die „Toronto-Erfahrung“, wie sie auch genannt wird, hat ihren Namen von einer kleinen (damaligen) Vineyard-Gemeinde in Toronto, Kanada. Der Beginn der Ereignisse kann auf John Arnotts Bitte um eine frische Salbung durch Gott zurückgeführt werden. John Arnott ist Pastor dieser Gemeinde. Er reiste im November 1993 nach Argentinien, um einige Versammlungen zu besuchen, die Benny Hinn leitete. Später entdeckte er, dass ein anderer Vineyard-Pastor, nämlich Randy Clark, eine Erneuerung erlebte, nachdem Rodney Howard-Browne für ihn gebetet hatte. Folglich wurde Randy Clark am 20. Januar 1994 nach Toronto eingeladen und der Aufbruch dieser Manifestationen begann.

Benny Hinn demonstriert seine „Salbung“, indem er die Versammlung anbläst, die dann „unter der Kraft zu Boden fällt“. Benny Hinn war es auch, wie bereits dargelegt worden ist, der am Grab von Aimee McPherson eine besondere „Salbung“ mit Kraft erfahren hatte. Dementsprechend ausgeprägt sind als Folge seines Auftretens die Rückenstürze ebenso wie unkontrolliertes Zittern und konvulsivische Zuckungen.

Von Aimee Semple McPherson, der Begründerin der schnell wachsenden „International Church of the Four Square Gospel“, schreibt Kurt Hutten:
„Kein Wunder, dass ihre Anhängerschaft rasch wuchs und ihr blind ergeben war. Auch verschiedene Affären – eine zweite und dritte Ehe, die bald wieder geschieden wurde, mancherlei Seitensprünge sowie „Familienstreitigkeiten, Prozesse, angebliche Kindesentführung“ usw. – konnten sie nicht irre machen. Ja, Aimee beschrieb selbst ihre Liebesaffären und ihre göttlichen Führungen in einer Artikelserie, die sie in einer auflagenstarken Tageszeitung veröffentlichte.“

Im November 1993 trat Benny Hinn in Basel, Schweiz, auf. Dabei wurde das Publikum derartig manipuliert und betrogen, dass sich die charismatischen Veranstalter nachträglich dafür entschuldigten.

Rene Lieberherr, Mitorganisator in Basel, berichtete:
„Ich wurde beauftragt, den Ventilator auf Stufe ‘intensiv’ zu schalten … Hinn sagte den Leuten, sie sollten ihre Hände erheben. Sie würden dann das Wehen des Heiligen Geistes erfahren. Die Leute taten dies, reckten die Hände nach oben; und spürten das Wehen der Ventilation … Bei Hinn fanden jedoch keine Wunder statt. Im Gegenteil: Die Heilungen haben sich als falsch erwiesen. Sie ehrten Gott nicht; sie waren Menschenwerk … Ein anderer Fall betrifft den krebskranken Mann, über den Hinn prophezeite, dass er noch viele gesunde Jahre vor sich habe. Zwei Tage später starb dieser Mann … Das sind ‘die großen Wunder’, die geschahen.“

Erschienen: 2023
Autor: Alexander Seibel
154 Seiten
Taschenbuch und E-Book
ISBN: 978-3910764026

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